Positurkanarien
Immer mehr an Beliebtheit gewinnt die Zucht von Positurkanarien . Hauptsächlich werden
die im einzelnen hier vorgestellten Rassen von unseren Mitgliedern gezüchtet:
Gloster Fancy - eine kleine englische Haubenkanarienrasse, bei denen der
eine Partner ein Haubenvogel (Corona = lat.: Krone, Kranz) und der andere Partner ein "Glattkopf"(Consort
= Zugehöriger) ist. Sie gilt als kleine Positurkanarienrasse und wird in Größe
>möglichst klein< verlangt. Von allen Positurkanarienrassen steht der Gloster-Fancy
zahlenmäßig mit weitem Abstand an der Spitze. Er gilt als sehr fruchtbar, zutraulich
und keckmunter. Jeder gute Glosterzüchter sollte auch intensive Vögel für die
Zucht einsetzen, um die Federqualität zu verbessern.
Lizard - die Besonderheit des Lizard (Eidechskanarienvogel) ist seine geschuppt
wirkende Gefiederzeichnung. Die etwas blasser wirkenden gelbgrundigen Kanarien nennt man Silberlizards,
während man die intensiven Gelbgrundigen als Goldlizards bezeichnet. Ein besonderes Merkmal
des Lizard ist die sog. Kappe, ein aufgehellter Fleck auf dem Kopf. Lizards sind zuerst in
Frankreich entstanden, wo sie bereits im 16. Jahrhundert in Paris gezüchtet wurden. Flüchtende
Hugenotten nahmen sie nach der blutigen Bartholomäusnacht 1552 mit nach England, wo sie
noch lange einfach >französischer Kanarienvogel< genannt wurden.
Border Fancy - wenn auch nicht in Deutschland, so gehört
der Border zu den beliebtesten Positurkanarienrassen. Auch er stammt, wie viele Positurkanarien
aus England. Seinen Namen hat er vom englischen >border< (Grenze), weil seine Heimat
an der englisch-schottischen Grenze liegt. Sieht man im Yorkshire den "hohen Aristokraten",
so steht im Border ein "Landedelmann" vor uns. Seine harmonischen Formen, sein aufgewecktes
Wesen und seine besondere Fruchtbarkeit machen ihn zu einem beliebten Schauvogel.
Yorkshire - eine elegante und eine der größten
Rassen unter den Gestaltskanarien. "The Gent of the Fancy" wird er liebevoll genannt,
der >große, aufrecht stehende Gardist aus England<. Mit einer Größe
von mind. 17 cm und seiner aufrechten Haltung, seiner kräftigen und stromlinienförmigen
Statur ist der Yorkshire ein ungemein schöner Anblick. In den letzten Jahren hat sich
der Standard für diesen schönen Vogel mehrere Male geändert. Ein aufrecht stehender
und großer, der sich wie ein >Aristokrat< bewegt, wird immer die Aufmerksamkeit
auf sich lenken.
Fife Fancy - dieses ist der kleine “Bruder” des Border. Die
Rasse ist erst 1955 entstanden, als nämlich der >Fife Fancy Canary Club< gegründet
wurde. Viele schottische Züchter waren nämlich mit der Entwicklung des Borders nicht
mehr einverstanden. Er wurde ihnen zu groß. Um einen kleinen Positurvogel zu haben, wurde
mit Glostern und Bordern die Rasse "Fife Fancy" entwickelt. Es handelt sich um einen
"Zwerg" unter den Kanarien - doch 12 cm Größe ist beim Kanarienvogel sehr
schwer zu erreichen. Trotz aller zwergenhaftigkeit dürfen doch die Formen nicht vernachlässigt
werden. Die südöstliche Grafschaft Schottlands mit Namen Fifeshire ist die Heimat
der 1955 erstmals vorgestellten Positurrasse.
Berner - beim Berner handelt es sich um eine schweizer Positurkanarienrasse.
Er hat die Figur und auch fast die Größe eines Yorkshire, nur besitzt der Berner
einen deutlich schlankeren Hals und hat am Hals und am Nacken Einbuchtungen, die der Yorkshire
nie haben darf. Vor etwa 80 Jahren wurde mit ihrer Zucht begonnen. Auf Schauen kommt der Berner
nur selten, außer in seinem Heimatland. Es gibt bereits einen Verein, der sich ausschließlich
mit der Zucht, der Verbreitung und der Verbesserung der Rasse befaßt. Wir sind deshalb
stolz, daß wir einen Züchter dieser nicht überall zu sehenden Rasse in unseren
Reihen haben.
Deutsche Haube - eine Haubenkanarienrasse, die aus
den deutschen Landkanarien entstanden ist und auch in Deutschland erzüchtet wurde. Erst
1963 gab es für diesen Vogel erst einen Standard. Aber bereits seit 1670 gibt es den deutschen
Haubenkanarienvogel. Er trat hier und da in Stämmen von Gesangskanarien auf, war aber
nie sehr beliebt und wurde deshalb auch nicht in größeren Anzahlen gezüchtet.
Seine Haube entsprach einem Hautwirbel auf dem Kopfmittelpunkt, war aber nicht sehr lang und
stand sehr wirr auf dem schmalen Kopf dieser Vögel. Durchweg zeigten die Vögel ein
kahle Stelle hinter der Haube. So blieb der Haubenkanarienvogel in Deutschland im seinem Dornröschenschlaf,
während in England gleich drei Rassen sich hervortaten: Lancashire Coppy, der Crested
und später auch noch der Gloster Fancy. Auch bei den Deutsche Haubenkanarienvogeln ist
wie bei den Glostern der eine Zuchtpartner ein Haubenvogel, während der andere ein "Glattkopf"
ist, also keine Haube besitzt.
Münchener - der Münchener ist eine Rasse,
die zu den “gebogenen Positurkanarienrassen" zählt. Durch den2. Weltkrieg war
der Münchener so gut wie ausgerottet. Auf Schauen wird besonderer Wert auf das Nach-vorn-beugen
des Halses und des Kopfes gelegt. Dieses ist dem Vogel "angeboren". Neugierig wie
er nun mal ist, reagiert er auf jedes "Kratzen" und "Schaben" am Käfigboden,
weil ihn dieses nun mal interessiert. Eine lebhafte, große Rasse mit aufrechter Haltung
und einem glatten, lebhaft gefärbtem Gefieder. Züchter, die sich mit dieser Rasse
beschäftigen, sind auf dem besten Wege, Vögel vom gleichen Typ und Qualität,
wie in den 30er Jahren zu züchten.
Mehringer - Der Mehringer ist eine noch recht junge Positurkanarienrasse
- ein “Mini - Pariser Trompeter” -wie er mal bezeichnet wurde.Ende der 80er Jahre
wurde er aus den Rassen Pariser Trompeter, Nordholländer, Gloster und Farbenkanarien “erzüchtet”.
Ende der 80er Jahre aus den Rassen Pariser Trompeter, Nordholländer, Gloster und aus Farbenkanarien
“erzüchtet”. In Deutschland werden es immer mehr Züchter, die sich
mit diesem interessanten, kleinen und brutfesten "Verwandten" des Pariser Trompeters
beschäftigen. Der Mehringer findet immer mehr neue Freunde - und das nicht nur in Inland.
Der Mehringer ist seit dem Zuchtjahr 1995 vom DKB und der AZ in Deutschland als eigenständige
Rasse anerkannt. Das Verfahren bei der COM läuft ist in 2000 beantragt. Drei mal wurde
der Mehringer auf COM-Weltschauen bisher vorgestellt. Leider hat es bisher noch nicht gklappt,
daß das Anerkennungsverfahren positiv ausgegangen ist. Weitere Informationen können
sie auf folgenden Seiten erhalten: http://www.ulrichvoelker.de
oder http://www.frise-freunde.de
Zu den kleinen glatten Rassen gehören die Rassen Fife, Gloster, Deutsche Haube
und Lizard noch Raza Espanola.





Zu den großen glatten Rassen zählen die Rassen Border, Berner und Yorkshire
auch Norwich, Crested / Crestbred und Lancashire.







Figurenkanarien und auch frisierte Kanarien sind den meisten Züchtern wohl "nicht
geheuer", denn woran sollte es wohl sonst liegen, daß die Zahl der Züchter
- gerade in Norddeutschland - weit hinter der Zahl der Interessierter Züchter im übigen
Deutschland zurückhängt.
Zu den Figurenkanarien gehören
folgende Rassen: Münchener, Rheinländer, Japan Hoso, Scotch und Bossu Belge.





Zu den frisierten Rassen gehören: Gibber Italicus, Makige, Südholländer,
Schweizer Frisé, Giboso Espanol, Melado Tinerfeno, Fiorino, Nordholländer, Paduaner,
Pariser Trompeter, Mehringer und AGI.












Mehr Informationen zum Thema Frisé Kanarien erhalten Sie http://www.frise-freunde.de
(Ulrich Völker)